Point Blanche

Entscheidung

Separee, Private Dining, Chef's Table — was wofür

Drei Formen, die oft verwechselt werden, mit drei sehr verschiedenen Preisen. Und die Gästezahl, ab der jede sinnvoll wird.

Von N. Blache · 24. August 2026

Gedeckter Tisch mit Blick in eine offene Küche
Wer in einem guten Haus nach einem Raum für zehn Personen fragt, bekommt drei Angebote, die sich im Preis um das Fünffache unterscheiden und alle richtig sind. Der Unterschied liegt nicht im Komfort, sondern darin, wie viel eigens für Sie geschieht.

Separee

Ein abgetrennter Teil des Gastraums — Nische, Zwischengeschoss, verglaster Nebenraum. Es läuft die normale Karte, der normale Service, oft ohne Aufpreis, gelegentlich mit einem kleinen Mindestumsatz. Sinnvoll ab acht Personen: Darunter sitzt man im Gastraum lebendiger, darüber stört ein langer Tisch dort den Service aller anderen.

Private Dining

Ein eigener Raum mit eigenem Service und meist eigenem Menü, vorab abgestimmt. Üblich ist ein Mindestumsatz zwischen 800 und 3.000 Euro statt einer Miete. Das ist die Form für Anlässe, bei denen gesprochen wird: Vertragsabschlüsse, Familienrunden, alles mit einer Rede. Bezahlt wird dabei weniger die Abgeschiedenheit als der Umstand, dass niemand am Nebentisch sitzt.

Chef's Table

Ein Tisch in oder an der Küche, sechs bis zwölf Plätze, Menü nach Wahl der Küche, 150 bis 400 Euro pro Person und in Sternehäusern mehr. Das ist kein Raum, sondern eine Vorstellung: Man sieht zu, der Koch erklärt, die Gänge kommen in der Reihenfolge, die er für richtig hält. Für ein Geschäftsessen ist es die schlechteste Wahl, weil man dabei schlecht verhandeln kann. Für einen Anlass, der in Erinnerung bleiben soll, die beste.

Was Sie in jedem Fall vorher klären

Wann muss die endgültige Gästezahl stehen, und was passiert, wenn zwei absagen? Gute Häuser nennen eine Frist, meist 48 bis 72 Stunden, und rechnen darunter die zugesagte Zahl. Das ist fair, die Ware ist schließlich eingekauft. Unfair ist nur, es nicht vorher zu sagen.

Häufige Fragen

Was ist Private Dining?
Ein abgeschlossener Raum mit eigenem Service und meist eigenem Menü — anders als ein Separee, das nur ein abgetrennter Teil des Gastraums ist. Üblich sind ein Mindestumsatz zwischen 800 und 3.000 Euro und ein festes Menü, das vorab abgestimmt wird.
Was kostet ein Chef's Table?
Meist 150 bis 400 Euro pro Person, in Sternehäusern darüber. Gegessen wird an einem Tisch in oder an der Küche, das Menü stellt die Küche zusammen, und der Koch serviert oder erklärt selbst. Die Zahl der Plätze liegt fast immer zwischen sechs und zwölf.
Ab wie vielen Personen lohnt sich ein Separee?
Ab etwa acht. Darunter sitzt eine Runde im Gastraum meist angenehmer als in einem halbleeren Nebenraum. Ab zwölf wird das Separee zur Notwendigkeit, weil ein langer Tisch im Gastraum den Service aller anderen Tische stört.

Zahlen in diesem Beitrag sind überschlagene Größenordnungen zur Orientierung — erhoben aus dem Bestand und dem Marktüblichen, nicht bei einem einzelnen Haus. Sie sind kein Angebot und keine Zusage. Was Ihr Vorhaben kostet, sagt Ihnen nur, wer es angesehen hat.