Entscheidung
Was eine Küche kostet — und wo sie teurer wird
Systemhaus oder Werkstatt, und die drei Posten, an denen jede Planung im Verlauf wächst. Mit dem Punkt, an dem Sparen sich rächt.
Von N. Blache · 24. August 2026

Die ehrlichste Antwort zuerst: Eine Küche vom Studio beginnt bei etwa 25.000 Euro, eine aus eigener Werkstatt bei rund 35.000, und nach oben ist die Spanne offen. Interessanter als die Zahl ist aber, warum sie sich zwischen dem ersten Gespräch und der Bestellung fast immer nach oben bewegt.
Systemhaus oder Werkstatt
Ein Studio plant mit den Maßen eines Herstellers. Das ist schneller, günstiger und für rechteckige Räume oft die richtige Wahl. Eine Werkstatt zeichnet den Schnitt selbst und löst damit Grundrisse, für die es kein Systemmaß gibt: Altbauhöhen, Schrägen, ein Fenster an der falschen Stelle. Beides kann richtig sein. Falsch ist nur, den Unterschied nicht zu kennen und den Preis zu vergleichen, als wäre es derselbe.
Die drei Posten, an denen es wächst
Die Geräte: Zwischen einer guten Mittelklasse und der Oberklasse liegen bei gleicher Funktion mehrere tausend Euro, und sie werden fast immer spät entschieden. Die Arbeitsplatte: Keramik, Naturstein und Massivholz unterscheiden sich pro Meter deutlich, und die Kante kostet mehr als die Fläche. Die Auszüge: Sie sind unsichtbar, machen ein Viertel des Möbelpreises aus und sind der häufigste Grund, warum eine Küche nach fünf Jahren ärgert.
Wo Sparen sich rächt
An den Auszügen und am Aufmaß. Beschläge fasst man täglich an; billige machen sich am Tag der Montage nicht bemerkbar und im dritten Jahr jeden Morgen. Und das Aufmaß gehört dem Monteur, nicht dem Verkäufer. Wer misst, haftet für den Zentimeter. Fragen Sie, wer kommt.
Was in kein Angebot gehört
Ein Preis ohne Werkplan. Wer Ihnen eine Summe nennt, bevor Zeichnung, Elektroplan und Geräteliste stehen, nennt eine Hausnummer, und die wird auf dem Weg zur Bestellung selten kleiner. Der Werkplan vor der Unterschrift ist der einzige Punkt in diesem Beitrag, bei dem es keine zwei Meinungen gibt.
Häufige Fragen
- Was kostet eine Küche vom Küchenstudio?
- Systemküchen aus dem Studio beginnen bei etwa 25.000 Euro, Küchen aus eigener Werkstatt bei rund 35.000. Nach oben ist die Spanne offen: Mit Naturstein, Geräten der Oberklasse und Sonderformaten werden schnell sechsstellige Beträge daraus.
- Woran wird eine Küche im Laufe der Planung teurer?
- An drei Stellen: den Geräten, der Arbeitsplatte und den Auszügen. Alle drei sind spät im Prozess noch änderbar, und alle drei sind der Ort, an dem aus einem Angebot ein anderes wird — meist ohne dass jemand etwas Falsches getan hätte.
- Wie lange dauert eine Küchenplanung?
- Vom ersten Gespräch bis zur Montage üblicherweise drei bis sechs Monate, davon vier bis zwölf Wochen Lieferzeit nach Bestellung. Wer den Montagetermin an einen Umzug hängt, sollte diese Zahlen früh erfragen — nicht am Ende.
Zahlen in diesem Beitrag sind überschlagene Größenordnungen zur Orientierung — erhoben aus dem Bestand und dem Marktüblichen, nicht bei einem einzelnen Haus. Sie sind kein Angebot und keine Zusage. Was Ihr Vorhaben kostet, sagt Ihnen nur, wer es angesehen hat.