Entscheidung
Was Innenarchitektur kostet — und wofür genau
Stundensatz, Pauschale oder Anteil der Bausumme: die drei Modelle, was sie enthalten und ab wann sich die Beauftragung rechnet.
Von N. Blache · 24. August 2026

Innenarchitektur wird oft für Dekoration gehalten und ist meistens Koordination. Der sichtbare Teil — Farben, Material, Möbel — ist der kleinere; der größere besteht darin, dass Elektriker, Schreiner, Maler und Bodenleger in der richtigen Reihenfolge und mit denselben Maßen arbeiten.
Die drei Modelle
Stundensatz: 90 bis 180 Euro, richtig für abgegrenzte Fragen: ein Raum, ein Grundrissproblem, eine zweite Meinung. Pauschale je Raum: ab etwa 1.500 Euro, mit klar beschriebenem Ergebnis, meist Entwurf plus Materialkonzept. Anteil der Bausumme: 10 bis 15 Prozent bei vollständiger Betreuung bis zur Abnahme. Das letzte Modell ist das teuerste und das einzige, bei dem jemand für das Ergebnis geradesteht.
Was in welcher Stufe steckt
Entwurf heißt: Grundriss, Materialkonzept, Visualisierung. Ausführungsplanung heißt: Werkpläne mit Maßen, an denen Handwerker arbeiten können. Ausschreibung heißt: eine Leistungsbeschreibung, auf die drei Betriebe vergleichbare Angebote abgeben. Bauleitung heißt: Jemand ist da, wenn etwas nicht passt. Die meisten Enttäuschungen entstehen, weil eine dieser vier Stufen beauftragt und eine andere erwartet wurde.
Die Unabhängigkeit ist der Kern
Fragen Sie, ob Provisionen von Herstellern oder Handwerkern angenommen werden, und lassen Sie sich die Antwort in den Vertrag schreiben. Ein Planer, der nur an Ihnen verdient, verhandelt für Sie. Einer, der an beidem verdient, hat ein Interesse an teuren Gewerken. Beides kommt vor; nur das eine steht selten von allein im Angebot.
Häufige Fragen
- Was kostet ein Innenarchitekt?
- Drei Modelle sind üblich: Stundensatz von 90 bis 180 Euro, Pauschale je Raum ab etwa 1.500 Euro, oder ein Anteil der Bausumme zwischen 10 und 15 Prozent bei vollständiger Betreuung. Welches gilt, entscheidet der Umfang — und die Frage gehört ins erste Gespräch.
- Was macht ein Innenarchitekt, was ein Einrichtungshaus nicht macht?
- Er plant unabhängig von einem Sortiment. Ein Einrichtungshaus berät gut und verkauft dabei, was es führt; ein Innenarchitekt entwirft, schreibt aus und überwacht die Ausführung — auch bei Gewerken, an denen er nichts verdient.
- Ab wann lohnt sich ein Innenarchitekt?
- Als Faustregel ab einer Bausumme von etwa 50.000 Euro oder sobald mehrere Gewerke koordiniert werden müssen. Darunter ist der Wert vor allem gestalterisch; darüber kommt der Wert aus der Koordination — und der ist rechenbar.
Zahlen in diesem Beitrag sind überschlagene Größenordnungen zur Orientierung — erhoben aus dem Bestand und dem Marktüblichen, nicht bei einem einzelnen Haus. Sie sind kein Angebot und keine Zusage. Was Ihr Vorhaben kostet, sagt Ihnen nur, wer es angesehen hat.